“Woche der Entscheidung” in Munster bei der Einsatzprüfung mit D‑LBO unter Gefechtsbedingungen im scharfen Schuss mit dem Kampfpanzer Leopard sowie den Schützenpanzern Puma und Marder — BMVg-Medienbriefing zum Zwischenstand.
Während sich der Inspekteur des Heeres (InspH), Generalleutnant Dr. Christian Freuding noch letzte Woche in seiner Grundsatzrede beim Parlamentarischen Abend des Freundeskreises Heer (FKH) eher zurückhaltend bis kritisch zum Sachstand bei der laufenden Einsatzprüfung mit D‑LBO sowie dessen Muster- und Serienintegrationen geäußert hatte, wurde nun gestern bei einem BMVg-Medienbriefing zum Zwischenstand bei der Einsatzprüfung mit D‑LBO, nachdem sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, Rüstungsstaatsekretär Jens Plötner, der Generalinspekteur der Bundeswehr General Carsten Breuer sowie der InspH zuvor mit Vertretern der an D‑LBO beteiligten Rüstungsunternehmen getroffen hatten, um über den Verlauf der Einsatzprüfung und die nächsten Schritte des Rüstungsprojekts zu sprechen, fast alles bereits deutlich positiver dargestellt — ein interessantes Beispiel für die mehr militärische Perspektive versus die mehr politische Bewertung.
Lesen Sie hier drei Meldungen zu diesem Medienbriefing:
Bundeswehr.de: Zwischenfazit im Bendlerblock: „DieDigitalisierung des Heeres kommt deutlich voran“
Hartpunkt.de: D‑LBO-Einsatzprüfung geht in die finale Phase
Handelsblatt.com: Pistorius sieht Fortschritte bei der Digitalisierung des Heeres
BMVg.de: Presselink: Gemeinsame Pressekonferenz zu D‑LBO
suv.report: D‑LBO: Pistorius zieht Zwischenbilanz zur Einsatzprüfung
Weitere Informationen zum Sachstand bei D‑LBO finden Sie auf unseren FmR-Webpages: “Rede des Inspekteurs des Heeres anlässlich des Parlamentarischen Abends des Förderkreises Deutsches Heer” und “Rüstungsprojekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D‑LBO)”, sowie zum sogenannten “Mischbetrieb” auf Seite 64 ff. der F‑Flagge 2–2025.
Anmerkungen der Redaktion:
Während GenLt Dr. Freuding noch letzte Woche in seiner Grundsatzrede beim Parlamentarischen Abend des Freundeskreises Heer (FKH) bemängelte, dass man am 7. Oktober 2026 noch um das Erreichen der für ihn unverrückbaren Leistungskriterien habe ringen müssen, geht er angeblich jetzt davon aus, dass die vom Heer festgelegten Kriterien für die Akzeptanz von D‑LBO erfüllt werden, wobei allerdings die Nutzung des Schützenpanzers Marder, der im sogenannten “Mischbetrieb” in D‑LBO eingebunden wird, offenbar eine Herausforderung darstellt.
Auch die Fort- und Aufholschritte bei Muster- sowie Serienintegration bewertete er noch letzte Woche als unzureichend — gestern hieß es nach Aussage von Verteidigungsminister Pistorius, dass die Musterintegration in die verschiedenen Fahrzeugtypen entweder bereits abgeschlossen sei oder noch im Zeitplan läge, während es auch bei der Serienintegration deutliche Fortschritte gäbe, allerdings seien noch nicht so viele Fahrzeuge von der Industrie umgerüstet worden, wie ursprünglich verabredet worden sei.
Alle Beteiligten am Projekt “D‑LBO” — vom Bundesverteidigungsminister über Rüstungsstaatsekretär Plötner, den Generalinspekteur der Bundeswehr, den InspH und BAAINBw bis hin zu den beteiligten Rüstungsunternehmen — stehen inzwischen unter ganz erheblichem Zeitdruck, weil die der NATO ab 1. Januar 2027 zugesagte sogenannte “Forward Land Forces Brigade” (= PzGrenBrig 37 “Freistaat Sachsen”) ab diesem Zeitpunkt einsatzbereit, d.h. u.a. auch führungsfähig sein muss — im sogenannten “Mischbetrieb” zwischen bereits mit D‑LBO und noch mit analogen Funkgeräten ausgestatteten (Gefechts-)Fahrzeugen !
Interessant ist im Hinblick auf die auch nach dem 1. Januar 2027 fortzusetzende Serienintegration von D‑LBO in die Fahrzeuge von PzBrig 45 “Litauen” (= “Forward Land Forces Brigade” ab 1. Juli 2027) und bis Ende 2027 von 10. PzDiv (= “Division 2025”) die angekündigte Einrichtung eines “D‑LBO-Unterstützungszentrums” bzw. (D‑LBO-)“Systemunterstützungszentrums” — u.a. auch hinsichtlich des am 1. Oktober aufgestellten Zentrums “Digitalisierung Land” (ZDigLa) des Heeres in Munster …