Tafel 26 und 33 der Bildtafelausstellung “Fernmeldetruppen – Gestern und heute

Nach Vor­stel­lung der Bild­ta­feln zur Aus­bil­dung in der Nach­rich­ten­trup­pe sowie zur Hee­res- und Luft-Nach­rich­ten­schu­le wird die Serie zu o.a. Bild­ta­fel­aus­stel­lung mit der Vor­stel­lung der Bild­ta­feln zur Tech­ni­schen Wei­ter­ent­wick­lung der Nach­rich­ten­trup­pe sowie zu Feld­ka­bel­bau und Fern­sprech­aus­rüs­tung fort­ge­setzt.  

Oberst a.D. Peter Uffel­mann

Ins­ge­samt ver­füg­te die Reichs­wehr gemäß den Bestim­mun­gen des Ver­sailler Ver­tra­ges bis 1926 nur über je 40 fahr- und trag­ba­re Funk­stel­len – dem­ge­gen­über waren 8.982 Funk­ge­rä­te bis Ende 1927 zer­stört bzw. an die Sie­ger­mäch­te des 1. Welt­kriegs ablie­fert wor­den. Jede Infan­te­rie-Divi­si­on hat­te dabei drei fahr- und vier trag­ba­re Funk­stel­len, die zwar nur noch unge­dämpf­te Funk­ge­rä­te umfass­ten, die aber tech­nisch mehr und mehr ver­al­te­ten sowie eher unzu­ver­läs­sig waren. Erst ab 1926 wur­den die­se „Kriegs­funk­ge­rä­te“ durch neue Lang- und Mit­tel­wel­len-Funk­ge­rä­te ersetzt.

Anlaß war das wenig schmei­chel­haf­te Urteil über die Nach­rich­ten­trup­pe nach der im April 1926 in Schle­si­en durch­ge­führ­ten ers­ten Stabs- und Nach­rich­ten-Rah­men­übung der Reichs­wehr nach dem 1. Welt­krieg: Vie­ler­orts hat­te das Kabel­ma­te­ri­al ver­sagt und die über­al­ter­ten Funk­ge­rä­te noch aus dem 1. Welt­krieg genüg­ten in kei­ner Wei­se den tak­ti­schen Anfor­de­run­gen. Letzt­lich aber gab die Übung den Anstoß zu umfas­sen­den Ver­än­de­run­gen der Aus­rüs­tung und zu der Ent­schei­dung, Übun­gen die­ser Art zur Über­prü­fung der Leis­tungs­fä­hig­keit der Nach­rich­ten­trup­pe jähr­lich durch­zu­füh­ren.

Als ers­tes erfolg­te noch im glei­chen Jahr die Umrüs­tung der Funk­tech­nik: An die Stel­le der bis­her von den Sie­ger­mäch­ten zuge­las­se­nen nur ins­ge­samt 80 fahr- und trag­ba­ren Welt­kriegs­funk­ge­rä­te tra­ten moder­ne unge­dämpf­te Röh­ren­sen­der im Lang- und Mit­tel­wel­len-Fre­quenz­be­reich mit 20 W (187,5 — 1.000 kHz) bzw. 200 W (100 ‑700 KHz) Anten­nen­leis­tung, die mit ent­spre­chen­den Emp­fän­gern in den Gerä­te­sät­zen

• Schwe­re Funk­stel­le auf Kraft­wa­gen oder bespannt,

• Mitt­le­re Funk­stel­le auf Kraft­wa­gen oder bespannt,

• Leich­te Funk­stel­le bespannt,

• Klein­funk­stel­le bespannt und

• Funk-Emp­fangs­stel­le auf Kraft­wa­gen oder bespannt

zusam­men­ge­fasst wur­den. 
Die­se damals moder­nen Sen­der über­brück­ten Ent­fer­nun­gen bis zu 150 bzw. 400 km im Tele­gra­phie­be­trieb und nun auch im Funk­sprech­be­trieb bis zu 30 bzw. 75 km.

Gerä­te- und Motor­fahr­zeug der „Schwe­ren Funk­stel­le“ (moto­ri­siert)

Pro­be­fahr­zeug der „Leich­ten Funk­stel­le“ (bespannt) 

Klein-Funk­stel­le (bespannt)

Blick auf den 200-W-Sen­der im Betriebs­raum des Gerä­te­fahr­zeugs 
Geöff­ne­te Prot­ze (Rück­sei­te des Vor­der­wa­gens) mit 20-W-Sen­der „L“  und Emp­fän­ger E 266 x.

Der Emp­fän­ger E 266 X für den Lang‑, Mit­tel- und Grenz­wel­len-Fre­quenz­be­reich (15 — 2.000 kHz) des Gerä­te­sat­zes der schwe­ren und leich­ten Funk­stel­le war bereits seit 1920 auch im Ein­satz bei den Funk-Emp­fangs­stel­len der Fes­ten Horch­stel­len – sie­he Post 15. 

Emp­fän­ger E 266 X

1937 kam noch der Lang- und Mit­tel­wel­len-Funk­trupp „100 W.S.“[1] dazu.

Die Fern­sprech­aus­stat­tung bestand zunächst im Wesent­li­chen aus dem bereits im 1. Welt­krieg ein­ge­setz­ten Mate­ri­al, u.a.

  • Fernsprech-(Fspr-)Bauwagen 13, bespannt;
  • leich­ter Fspr-Wagen, bespannt;
  • Pack­pferd-Tra­ge­sat­tel zum Feldkabel-(FKb-)Bau;
  • schwe­res zwei­ad­ri­ges und leich­tes ein­ad­ri­ges FKb;
  • Feld­fern­spre­cher mit Amts­zu­satz;
  • Klap­pen­schrank OB 17 für 10 Lei­tun­gen;
  • Feld-Klap­pen­schrank 16.
Fern­sprech-Bau­wa­gen 13 (Schwe­rer Fern­sprech­trupp beim Feld­ka­bel­bau)
Leich­ter Fspr-Wagen
Berit­te­ner Fern­sprech­trupp beim Feld­ka­bel­bau

Die hier­mit aus­ge­stat­te­ten Schwe­ren und Leich­ten Fspr-Trupps wur­den bis zu den 1930-er Jah­ren z.T. moto­ri­siert und 1937 ledig­lich umbe­nannt (sie­he Bild­ta­fel 33) – ihre mate­ri­el­le Aus­stat­tung blieb jedoch zunächst weit­ge­hend unver­än­dert.

Moto­ri­sier­ter Fern­sprech­trupp beim Feld­ka­bel­bau

Im Ver­gleich zur Funk­aus­stat­tung ging die tech­ni­sche Wei­ter­ent­wick­lung im Bereich der Fern­sprech­aus­stat­tung erheb­lich lang­sa­mer vor sich: Zwar begann ab 1921 die Ent­wick­lung und Ein­füh­rung der Mehr­fach­aus­nut­zung von Lei­tun­gen durch Trä­ger­fre­quenz- (TF-) und Wech­sel­strom­te­le­gra­phie (WT), wur­den ab 1922 Vier­draht-Ver­stär­ker und 1926 der neue Feld­fern­spre­cher 26 sowie 1933 der Feld­fern­spre­cher 33 ein­ge­führt, und 1932 der Ring­mo­du­la­tor zur Trä­ger­un­ter­drü­ckung bei TF-Sys­te­men ent­wi­ckelt, aber zu wirk­lich grund­le­gen­den Ver­än­de­run­gen im Bereich der Fern­sprech­aus­stat­tung kam es erst in der zwei­ten Hälf­te der 1930-er Jah­re mit Ein­füh­rung des Feld­fern­ka­bels (FFKb), der „Drehkreuz“-Leitungen und diver­ser TF-Sys­te­me zur Mehr­fach­aus­nut­zung von Lei­tun­gen.

Das ab 1936 ein­ge­führ­te Vier­draht-Feld­fern­ka­bel (FFKb) war bereits ab 1930 ent­wi­ckelt und ab 1932 erprobt wor­den: Es ermög­lich­te in Ver­bin­dung mit Pupin-Spu­len zur künst­li­chen Erhö­hung der Lei­tungs­in­duk­ti­vi­tät sowie Vier­draht-Ver­stär­kern (ab 1939: Vier­draht-Ver­stär­ker 38) zum Aus­gleich der Lei­tungs­dämp­fung eine vier­fa­che Sprech­wei­te gegen­über Feld­ka­bel und so erst die Über­brü­ckung gro­ßer Ent­fer­nun­gen. Ein Pro­blem bei sei­ner Ein­füh­rung war die Bereit­stel­lung aus­rei­chen­der Men­gen von Kup­fer und Gum­mi ange­sichts des all­ge­mei­nen Roh­stoff­man­gels.

Spu­len­muf­fe mit zwei Pupin-Spu­len zwi­schen zwei FFKb-End­ste­ckern

Die eben­falls ab 1936 ein­ge­führ­ten „Drehkreuz“-Leitungen dien­ten der Ver­mei­dung bzw. Redu­zie­rung hoch­fre­quen­ter Induk­ti­ons­stö­run­gen bei gleich­zei­ti­ger Nut­zung meh­re­rer Blank­draht-Frei­lei­tun­gen mit TF-Sys­te­men durch regel­mä­ßi­ge Kreu­zung der Dräh­te der Dop­pel­lei­tun­gen im Linksd­rall [2].

„Drehkreuz“-Leitung

Die ab 1937 begin­nend ein­ge­führ­ten TF-Sys­te­me zur Mehr­fach­aus­nut­zung von Lei­tun­gen waren in Ver­bin­dung mit Wech­sel­strom­te­le­gra­phie (WT) Vor­aus­set­zung für Bereit­stel­lung einer aus­rei­chen­den Anzahl von Ver­bin­dun­gen über eine tech­nisch begrenz­te Anzahl von Lei­tun­gen: 1937 wur­de das Mehr­fach-Ein­ka­nal-Sys­tem „MEK 8“ mit acht Fspr-Kanä­len für Frei-/“Drehkreuz“-Leitungen ein­ge­führt, 1938 das TF-Mehr­fach-Grup­pen-Sys­tem „MG 15/3 mit 15 Fspr-Kanä­len auf einem Frei­lei­tungs­paar, das 9‑Ka­nal-TF-Gerät „FTF 10“ und das 12-fach WT-Gerät „WTD“ sowie 1938 das 2‑Ka­nal-TF-Gerät „TF b2“. 
Durch Nut­zung von TF-Sys­te­men in Ver­bin­dung mit Wech­sel­strom­te­le­gra­phie (WT) waren z.B. auf nur vier Dop­pel­lei­tun­gen einer „Dreh­kreuz-Ach­se“ bis zu 40 Fspr- und sechs Fschr-Ver­bin­dun­gen mög­lich.

Im Bereich der Funk­aus­stat­tung erfolg­te ab Ende der 1920-er Jah­re die Erschlie­ßung des Kurzwellen-(KW-)Bereichs und ab Mit­te der 1930-er Jah­re die des Ultrakurzwellen-(UKW-)Bereichs, par­al­lel dazu fan­den ers­te Ver­su­che und Erpro­bun­gen von Richt­funk­ge­rä­ten („DMG 1G“) im Dezi­me­ter­wel­len­be­reich(500 — 535 MHz) statt.
Ab 1928 wur­de ein trag­ba­res KW-Funk­ge­rät ent­wi­ckelt, das 1932 als „KW-Tor­nis­ter-Funk­ge­rät a“ (3 — 6,6 MHz; 2 Watt) und ers­tes KW-Funk­ge­rät im Heer ein­ge­führt wur­de, 1934 gefolgt von der Ein­füh­rung des 1‑kW-KW-Funk­ge­räts bzw. ‑trupps „1.000 W.S.b.“ (1,1 — 6,6 MHz).
Nach­dem ers­te Expe­ri­men­te im UKW-Bereich bereits seit 1923 und in 1927 UKW-Reich­wei­ten­ver­su­che statt­ge­fun­den hat­ten, wur­de 1935 fest­ge­stellt, daß auch in wel­li­gem Gelän­de bei geeig­ne­ten Anten­nen­for­men UKW-Wel­len­aus­brei­tung im Fre­quenz­be­reich 25 — 50 MHz mög­lich ist. Dies führ­te zur Ent­wick­lung und Ein­füh­rung von UKW-Funk­ge­rä­ten für gepan­zer­te Fahr­zeu­ge: 1936 – UKW-Funk­ge­rät „20 W.S.c“ (27,2 — 33,3 MHz), 1938 — UKW-Funk­ge­rät „10 W.S.c“ (27,2 — 33,3 MHz) im Schwing­rah­men für Pan­zer­fahr­zeu­ge und 1939 – UKW-Fahr­zeug­funk­ge­rät „f“ (42,1 — 47,8 MHz) für die Nach­rAbt und die Artil­le­rie.

UKW-Sen­der „10 W.S.c“ (rechts oben) und UKW-Emp­fän­ger „e“ (links oben)

Im Bereich der Ver- und Ent­schlüs­se­lung von Tast­funk­sprü­chen wur­den ab 1923 ers­te mecha­ni­sche Schlüs­sel­wal­zen­ge­rä­te ent­wi­ckelt, was 1930 zur Ein­füh­rung des 3‑Wal­zen-Schlüs­sel­ge­räts „ENIGMA I“ führ­te.

ENIGMA I

Zur Ver-/Ent­schlüs­se­lung von Fern­schrei­ben wur­de ab 1929 die Schlüs­sel-Fern­schreib­ma­schi­ne „Typ 52“ ent­wi­ckelt, die ab 1932 als „T 52 a/b“ ein­ge­führt wur­de. 

Schlüs­sel-Fern­schreib­ma­schi­ne „Typ 52“

Für den mobi­len Horch­dienst (sie­he Post 15) wur­den ab 1935 leich­te, direkt geeich­te Hoch­leis­tungs­emp­fän­ger E 417 (75 — 3.333 kHz) ein­ge­führt, die im Heer als „LMw H.E.a“ und in der Luft­waf­fe als „Fu H.E. 1“ bezeich­net wur­den sowie weit ver­brei­tet waren. Die Kurz­wel­len-Emp­fän­ger „Kw H.E.a“ (3 — 15 MHz) und die Ultra­kurz­wel­len-Emp­fän­ger „UKw H.E.a“ (15 — 40 MHz) gab es dage­gen nur in klei­nen Stück­zah­len.

Horch­emp­fän­ger E 417

Auf­grund der rela­tiv spä­ten Erkennt­nis, daß sich Emp­fän­ger für den Horch­dienst pri­mär an der geg­ne­ri­schen Nut­zung des Elek­tro­ma­gne­ti­schen Spek­trums und den dazu ein­ge­setz­ten Funk­sen­dern ori­en­tie­ren müs­sen sowie daß die Auf­tei­lung des Elek­tro­ma­gne­ti­schen Spek­trums maß­geb­lich für die Ent­wick­lung spe­zi­el­ler Funk-Horch­emp­fän­ger (Fu H.E.) und Funk-Peil­emp­fän­ger (Fu P.E.) ist, wur­de im April 1937 eine beson­de­re Ent­wick­lungs­grup­pe für Funk­auf­klä­rungs­aus­rüs­tung im Hee­res­waf­fen­amt gebil­det, deren Ent­wick­lungs­ar­bei­ten u.a. zu einer „Fami­lie“ von Fu H.E. führ­ten, wel­che alle wie­der­um direkt geeicht waren und die glei­che Front-/Be­dien­plat­ten­an­ord­nung mit gro­ßen 270°-Kreisskalen auf­wei­sen muss­ten.

(von links nach rechts) Fu H.E. „a“, Fu H.E. „b“ und Fu H.E. „c“/Fu H.E. „d“

(von links nach rechts) Fu H.E. “e (bou), Fu H.E. „e (dur)“ und Fu H.E. „f“

Der Fu H.E. „a“ deck­te dabei den LW- und unte­ren MW-Bereich (75 — 875 kHz) ab, der Fu H.E. „b“ den obe­ren MW- und unte­ren KW-Bereich (875 — 3.750 kHz), der Fu H.E. „c“ den obe­ren KW- und unte­ren UKW-Bereich (3,75 — 25,8 MHz), der Fu H.E. „d“ den mitt­le­ren UKW-Bereich (24,5 — 61 MHz), der Fu H.E. „e“ den obe­ren UKW-und unte­ren UHF-Bereich (60 — 151 MHz) sowie der Fu H.E. „f“ den obe­ren UHF-Bereich (145 — 305 MHz).
Die ers­ten Fu H.E. „a“, Fu H.E. „b“ und Fu H.E. „c“ wur­den nach nur ca. 21 Mona­ten Ent­wick­lungs­zeit bereits ab Ende 1938 ein­ge­führt, die ers­ten Fu H.E. „d“ und Fu H.E. „e“ nach gut zwei Jah­ren Ent­wick­lungs­zeit ab Mit­te 1939 – der Fu H.E. „f“ wur­de dage­gen erst 1943 ein­füh­rungs­reif.

Einen ent­schei­den­den Fort­schritt im mobi­len Ein­satz bezüg­lich Peil­leis­tung, Betriebs­si­cher­heit, gerin­gem Raum­be­darf und erheb­lich ver­ein­fach­ter Bedie­nung durch bereits um Peil­feh­ler kor­ri­gier­te Peil­wer­te bedeu­te­te bereits ab 1930 die Ein­füh­rung der neu­en Rah­men­peil­an­la­gen 103 N bzw. 104 N mit dem Peil­emp­fän­ger E 374 N (222 — 527 kHz). 

Rah­men­peil­an­la­ge 103 N bzw. 104 N 
mit dem Peil­emp­fän­ger E 374 N (222 — 527 kHz)

Ab 1932/33 folg­te die Ein­füh­rung des LW-/MW-Tor­nis­ter­pei­lers „TPLM 6/3“ bzw. „LMw P/24 b‑315“ (75 — 3.333 kHz) mit ver­ein­fach­ter Sei­ten­be­stim­mung, der – ein­ge­baut in Fahr­zeu­ge – auch fahr­bar gemacht wer­den konn­te und des­sen Peil­emp­fän­ger iden­tisch mit dem o.a. Horch­emp­fän­ger E 417 war. 

Fahr­ba­re Peil­an­la­ge mit ein­ge­bau­tem LW-/MW-Tor­nis­ter­pei­ler „TPLM 6/3“ bzw. „LMw P/24 b‑315“ (75 — 3.333 kHz) bei der Legi­on Con­dor in Spa­ni­en

Bis 1939 stand dann auch der LW-/MW-Funk-Peil­emp­fän­ger „Fu P.E. a/b“ (75 — 3.750 kHz, wie die Fu H.E. „a“ und Fu H.E. „b“) zur Ver­fü­gung, der meist mit einem Kreuz­rah­men von 85 moder auch einem Dreh­rah­men ein­ge­setzt wur­de. 

LW-/MW-Funk-Peil­emp­fän­ger „Fu P.E. a/b“ mit Kreuz­rah­men­an­ten­ne

Für den KW-Bereich wur­de der Fu P.E. „c1“ (1,4 — 16 MHz) mit einer 6‑fach Adcock-Anten­nen­an­la­ge genutzt.

KW-Funk-Peil­emp­fän­ger „Fu P.E. c1“ mit 6‑fach Adcock-Anten­nen­an­la­ge

Im UKW-Bereich dage­gen gelang es nicht, die geplan­ten Fu P.E. „d“ (15 — 61 MHz) und Fu P.E. „e“ (ca. 60 — 150 MHz) zur Seri­en­rei­fe zu ent­wi­ckeln – Pei­lun­gen geg­ne­ri­scher UKW-Funk­ver­keh­re – ins­be­son­de­re von Pan­zer­ver­bän­den – waren inso­fern nicht mög­lich.

Ins­ge­samt betrach­tet, war die tech­ni­sche Wei­ter­ent­wick­lung der Nach­rich­ten­trup­pe im Zeit­raum 1921 — 1939 durch eine Viel­zahl von tech­ni­schen Ein­zel­ent­wick­lun­gen sowohl im Bereich der Funk‑, und Funkaufklärungs‑, als auch der Fern­sprech- und Fern­schreib­tech­nik geprägt: Beson­ders her­vor­zu­he­ben sind dabei die Ein­füh­rung von UKW-Funk­ge­rä­ten für gepan­zer­te Fahr­zeu­ge sowie des Feld­fern­ka­bels (FFKb), der „Drehkreuz“-Leitungen, diver­ser TF-Sys­te­me zur Mehr­fach­aus­nut­zung von Lei­tun­gen und mecha­ni­scher Schlüs­sel­ge­rä­te, die in ihrem Zusam­men­spiel den Ein­satz der Nach­rich­ten­trup­pe im 2. Welt­krieg bestim­men soll­ten. 


Quel­le:

Tafel 26 und 33 der Bild­ta­fel­aus­stel­lung “Fern­mel­de­trup­pen – Ges­tern und heu­te”


Wei­te­re Quel­len und zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen zum The­ma:

  1. Das Tele­gra­phen- und Nach­rich­ten­we­sen von den Anfän­gen bis 1939 nach Gene­ral­ma­jor Erich Fell­gie­bel – in: Tele­gra­phen-/ Nach­rich­ten-/ Fern­mel­de­trup­pen und Füh­rungs­diens­te – Füh­rungs­un­ter­stüt­zung seit 1899, Hrsg.: Fern­mel­de­ring e.V. 1999 – S. 19 ff.
  2. Ran­de­wig, Kuni­bert: 50 Jah­re Deut­sche Hee­res-Funk- und Nach­rich­ten­au­klä­rung – Ein Rück­blick im Jah­re 1964 auf ihre orga­ni­sa­to­ri­sche Ent­wick­lung von 1914 — 1945, in: Tele­gra­phen-/ Nach­rich­ten-/ Fern­mel­de­trup­pen und Füh­rungs­diens­te – Füh­rungs­un­ter­stüt­zung seit 1899, Hrsg.: Fern­mel­de­ring e.V. 1999 – S. 39 ff
  3. Tele­gra­phen-/Nach­rich­ten-/Fern­mel­de­trup­pen und Füh­rungs­diens­te – Füh­rungs­un­ter­stüt­zung seit 1899, Hrsg.: Fern­mel­de­ring e.V. 1999 – S. 225 ff.
  4. Recke, Hans-Joa­chim: Die Ent­wick­lung der Tele­gra­phen- und Nach­rich­ten­trup­pe, in: Anten­ne-Son­der­aus­ga­be „100 Jah­re Fern­mel­de­trup­pen“, FmS/FSHElT 1999 – S. 6 ff.
  5. Lar­sen, Uwe: Mei­len­stei­ne der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik für das Fern­mel­de­we­sen des Hee­res, in: „Antenne“-Sonderausgabe „100 Jah­re Fern­mel­de­trup­pen“, FmS/FSHElT 1999 – S. 18 ff.
  6. Ple­ger, N.N.: Tech­ni­sches Nach­rich­ten­we­sen in der Reichs­wehr – Vor­trag bei der Fach­sit­zung für elek­tri­sches Nach­rich­ten­we­sen am 18.10.1927 in der Tech­ni­schen Hoch­schu­le zu Char­lot­ten­burg, ver­öf­fent­licht in der Elek­tro­tech­ni­schen Zei­tung (ETZ) Nr. 41 des Elek­tro­tech­ni­schen Ver­eins v. 11.10.1928, Sprin­ger Ver­lag Ber­lin  – Auf­ge­fun­den und aus heu­ti­ger Sicht kom­men­tiert von Oberst a.D. Rudolf Grabau; in: F‑Flagge 4–2013, S. 50 ff.
  7. Ein­trag zu „Dreh­kreuz­ach­se“ bei der-fernmilder.de
  8. Ein­trag zu „Spu­len­muf­fe (Pupin-Spu­le)“ bei der-fernmelder.de
  9. Trenk­le, Fritz: Die deut­schen Funk­peil- und ‑Horch-Ver­fah­ren bis 1945, Hrsg.: AEG-TELEFUNKEN 1981
  10. Wiki­pe­dia-Ein­trag zu “ENIGMA I”
  11. Wiki­pe­dia-Ein­trag zu “T 52”
  12. Kam­pe, Hans-Georg: Die Hee­res­funk­auf­klä­rung der Wehr­macht, Teil 1 – Der orga­ni­sa­to­ri­sche Wie­der­auf­bau der Funk­auf­klä­rung des deut­schen Hee­res; in: F‑Flagge 2–2015 – S. 48 ff.

[1] „100 W.S.“ = 100-Watt-Sen­der

[2] Durch fort­lau­fen­des Dre­hen der bei­den Lei­tungs­dräh­te nach links und Ver­set­zen der zwei­ten (unte­ren) Lei­tung um 90° wird die­ser Induk­ti­ons­schutz erreicht. Die gegen­sei­ti­ge Lage der bei­den Dräh­te einer Lei­tung wird von Mast zu Mast um 90° gedreht, nach 4 Mas­ten errei­chen sie so wie­der ihre ursprüng­li­che Lage.