Mit 64 Jahren könnte Oberstabsbootsmann der Reserve Christian B. seinen Ruhestand genießen: Stattdessen steht er noch einmal als Signalmeister auf der Brücke der Fregatte „Brandenburg“, Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit zu einer Verwendungsreihe, die zu den traditionsreichsten der Seestreitkräfte zählt. Seine Aufgabe ist es, die Schiffsführung über Befehle und Meldungen des Verbandes auf dem Laufenden zu halten: Genutzt werden dazu verschiedene Kommunikationswege — vom Sprechfunk über das Flaggensignalverfahren bis zur optischen Übermittlung mit der Morselampe. Der Signalmeister bewegt sich dafür zwischen Brücke und Operationszentrale: Je nach Situation unterstützt er die Schiffsführung direkt und sorgt dafür, dass Signale richtig verstanden, umgesetzt und weitergegeben werden, auch bei besonderen Manövern oder im Gefecht ist seine Fachkenntnis gefragt. Trotz moderner Kommunikation gehören dabei traditionelle Verfahren weiterhin zum Handwerk des Signaldienstes: Morsen, Winksignale und die Kommunikation mit Signalflaggen. Gerade auch das Weitergeben dieses Wissens macht ihm Freude: Immer wieder kommen jüngere Besatzungsmitglieder oder Offizieranwärter zu ihm und möchten wissen, wie das Morsealphabet funktioniert oder wie ein Flaggensignal gesetzt wird. Ebenfalls bei repräsentativen Anlässen ist der Signaldienst gefragt: Beim Einlaufen in Warnemünde zeigt sich die „Brandenburg“ mit Flaggenschmuck über die Toppen — 98 Signalflaggen werden dafür gesetzt, auch das gehört zu seinem Handwerk.”
Lesen Sie dazu bei Bundeswehr.de: Reservedienst/Reservist und Signalmeister: Wissen für die nächste Generation
Ergänzend dazu noch die Wikipedia-Einträge zum Flaggen- und Winkeralphabet:
Buchstabiersignal mit Flaggen und Buchstabiersignal durch Signalgasten mit Armstellungen beider Arme