RASSWET: Russisches Satelliteninternet mit militärischer Komponente

Nach­dem Anfang Febru­ar 2026 das US-Satel­li­ten­sys­tem “Star­link” für die rus­si­schen Streit­kräf­te abge­schal­tet wor­den war, hat­te Russ­land Ende März 2026 die ers­ten 16 „Rassvet“-Satelliten erfolg­reich ins All geschos­sen: Obwohl die­se 16 Satel­li­ten im Ver­gleich zu den tau­sen­den von “Star­link” ver­schwin­dend gering sind, mar­kie­ren sie den­noch den Start­schuss für ein rus­si­sches Satel­li­ten-Sys­tem in einem “Low Earth Orbit” (LEO) von ca. 800 km, wel­ches bis 2027 kom­mer­zi­ell und mili­tä­risch voll ein­satz­fä­hig sein soll.  

Die Rass­wet-Kon­stel­la­ti­on soll laut dem rus­si­schen Vize­pre­mier­mi­nis­ter Dmi­t­ri Gri­go­ren­ko bis 2035 etwa 900 Satel­li­ten umfas­sen, wobei die ers­ten 156 Satel­li­ten bis 2026, 292 bis 2027 und 318 bis 2028 gestar­tet wer­den sol­len — ob die­se Zah­len rea­lis­tisch sind, erscheint jedoch eher frag­lich. Laut dem ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter­be­ra­ter Ser­gei (“Flash”) Bes­krest­nov wür­den aber bereits 200 bis 250 Rass­wet-Satel­li­ten im Orbit der rus­si­schen Armee eine sta­bi­le sowie kon­ti­nu­ier­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on ermög­li­chen.

Im “Gegen­zug” hat nun die Ukrai­ne Ende Juni die rus­si­schen Satel­li­ten-Erd­funk­stel­len bzw.  “Welt­raum­kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­tren” bei Dub­na  (ca. 100 km nörd­lich von Mos­kau) und bei Wla­di­mir (ca. 200 km ost­wärts von Mos­kau) erfolg­reich mit Lang­stre­cken-Droh­nen ange­grif­fen sowie zumin­dest schwer beschä­digt. Damit hat Russ­land die pri­mä­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur für sei­ne Satel­li­ten im geo­sta­tio­nä­rem Orbit (GEO: ca. 36.000 km) über dem Wes­ten des Lan­des wohl zumin­dest vor­über­ge­hend voll­stän­dig ver­lo­ren, was auch erheb­li­che Aus­wir­kun­gen auf die Nut­zung von “Rass­wet”, aber auch des eben­falls mili­tä­risch nutz­ba­ren “Yamal”-Satellitennetzwerk von Gaz­prom, durch die rus­si­schen Streit­kräf­te in der Ukrai­ne hat, weil die Rass­wet-Satel­li­ten die Erd­funk­stel­len in Dub­na und Wla­di­mir zwin­gend zur Daten­über­tra­gung über das geo­sta­tio­nä­re rus­si­sche “Express”-Satellitensystem benö­tig­ten. 
Ins­ge­samt ver­fügt Russ­land zwar über fünf sol­cher Erd­funk­stel­len, aller­dings sind geo­sta­tio­nä­re Satel­li­ten über dem Wes­ten Russ­lands nicht durch die Satel­li­ten-Erd­funk­stel­len bzw. “Welt­raum­kom­mu­ni­ka­ti­ons­zen­tren” im Osten des Lan­des erreich­bar. 

Der mili­tä­ri­sche Kampf um die Domä­ne “Welt­raum” und den Zugriff auf deren (Kommunikations-)Kapazitäten fin­det somit auch am Boden statt — ins­ge­samt ein inter­es­san­tes Bei­spiel für “Zug und Gegen­zug ” beim wech­sel­sei­ti­gen Rin­gen zwi­schen Beein­träch­ti­gung der geg­ne­ri­schen Füh­rungs­fä­hig­keit sowie Auf­recht­erhal­tung der eige­nen Füh­rungs­fä­hig­keit.

Fin­den Sie hier einen Bericht von militaeraktuell.at über die mili­tä­ri­sche Nut­zung des rus­si­schen “Starlink”-Pendants “Rass­wet” Streit­kräf­te International/RASSWET: RUSSISCHES SATELLITENINTERNET MIT MILITÄRISCHER KOMPONENTE — und ergän­zend dazu hier eine Mel­dung über den auch in o.a. Bericht ange­spro­che­nen Start der ers­ten 16 Rass­wet-3-Satel­li­ten Russ­land star­tet 16 Kom­mu­ni­ka­ti­ons-Satel­li­ten als Star­link Alter­na­ti­ve sowie hier wei­te­re Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen auf unse­rer FmR-Web­page “STARLINK-AUS trifft rus­si­sche Trup­pen hart”.