Anfang Juli 2026 hatte das BMVg in einer Pressemitteilung u.a. mitgeteilt, dass
• der aktuelle Systemnachweis mit D‑LBO am 29. Juni in Munster begonnen habe, wobei sich die Stabilität und Leistung des Gesamtsystems sich in den letzten Monaten deutlich verbessert hätten;
• man bei der Musterintegration derzeit im Plan sei, aber bei Serienintegration allerdings zurückliege;
• Bundesverteidigungsminister Pistorius sich deshalb mit den verantwortlichen Vertretern der Industrie getroffen habe, um den aktuellen Sachstand zu erörtern;
• dabei verdeutlicht worden sei, alle Anstrengungen unternehmen zu müssen, um die aufgetretenen Rückstände bei der Serienintegration aufzuholen;
• zur Umsetzung ein Maßnahmenplan erarbeitet worden sei, der für die Bundeswehr vorsähe, mehr Personal für die Güteprüfung zusetzen und auch den Prozess für die Fahrzeugabnahme zu optimieren, während mit der Industrie vereinbart worden sei, über die bereits ergriffenen Maßnahmen hinaus weitere Vorschläge zu erarbeiten, wie die Rückstände — auch mit Blick auf steigende Umrüstzahlen — aufgeholt werden können;
• die Industrie erneut versichert habe, 2.700 Fahrzeuge in 2026 einzurüsten, wobei die digitale Einsatzbereitschaft der Panzergrenadierbrigade 37 zum Jahresende sowie der Panzerbrigade 45 “Litauen” bis Mitte 2027 Ziel sei und bleibe.
Nun wird gemeldet, dass
• bei dem o.a. Systemnachweis im Juli 2026 das D‑LBO-Gesamtsystem unter realitätsnahen Bedingungen mit knapp 50 Fahrzeugen auf dem Truppenübungsplatz Munster getestet worden sei;
• dabei unter anderem Puma-Schützenpanzer und Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 vernetzt worden seien, wobei die Hälfte der Fahrzeuge mit D‑LBO Basic, die andere Hälfte im “Mischbetrieb” gelaufen seien;
• sowohl das D‑LBO-Gesamtsystem, als auch der Funk funktioniert hätten, wobei es allerdings in “dynamischen Lagen” insbesondere bei den Kampfpanzern noch zu Funkstörungen und Verbindungsabbrüchen gekommen sei;
• als Ursache hierfür eine “Überlagerung” von digitaler Funktechnik und analoger Bordkommunikation vermutet würde, an der Fehlerausbesserung aber derzeit bereits gearbeitet würde.
Außerdem wird darüber informiert, dass
• im September 2026 dann eine umfassende D‑LBO-Einsatzprüfung erfolgen soll;
• wenn diese erfolgreich verläuft, mit dem D‑LBO-Rollout an die Truppe begonnen würde, wobei es Ziel sei, die Panzergrenadierbrigade 37 zum 1. Januar 2027 digital führen zu können;
• die Panzerbrigade 45 “Litauen” folge, welche bis zum 1. Juli 2027 digitalisiert wird werden solle, während die 10. Panzerdivision bis Ende 2027 komplett mit D‑LBO ausgerüstet sein solle.
Lesen Sie hier die Meldung von Bundeswehr.de über den Sachstand des IT-Programms “D‑LBO” vom 13. August mit Stand vom 20. Juli 2026: D‑LBO/Digitalfunk und Co.: Digitalisierung Landbasierte Operationen
Ergänzend dazu auf unserer FmR-Webpage zu D‑LBO
Anmerkungen der Redaktion:
Gemäß redaktioneller Internet-Recherchen verfügen die KPz LEOPARD 2 A7V bzw. A8 und die SPz PUMA bereits über digitale Bordverständigungsanlagen (BV-Anlagen) — wenn also die Ursache für o.a. Funkstörungen und Verbindungsabbrüche insbesondere bei den Kampfpanzern an einer angeblichen o.a. “Überlagerung” von digitaler Funktechnik und analoger Bordkommunikation gewesen sein soll, dann kann das Problem nicht bei den KPz oder SPz liegen, sondern nur bei den anderen Fahrzeugen, die noch über analoge BV-Anlagen verfügen.
Warum aber diese angebliche “Überlagerung” von digitaler Funktechnik und analoger Bordkommunikation erst im Rahmen des o.a. Systemnachweises festgestellt worden sein soll, ist nur schwer nachvollziehbar, da dies auch bereits beim Funkverkehr zwischen nur zwei Fahrzeugen aufgefallen sein müsste, bei eines über eine digitale, das andere über eine analoge BV-Anlage verfügt.
Entweder handelt es sich also immer noch um das alte Problem der Funkstörungen und Verbindungsabbrüche aus letztem Jahr, welches doch noch immer nicht beseitigt wurde, oder um ein neues, das durch den “Mischbetrieb” in “dynamischen Lagen” mit ca. 50 Fahrzeugen auftritt.”