Besuch in der Burgwald-Kaserne bei Frankenberg/Eder: Einweisung in die Baumaßnahmen sowie ihre Besichtigung 

Seit ca. ein­ein­halb Jah­ren lau­fen in der Burg­wald-Kaser­ne bei Frankenberg/Eder Bau­maß­nah­men zur Erneue­rung und Erwei­te­rung der Unter­kunfts­ka­pa­zi­tät sowie zum Neu­bau von Son­der- und Funk­ti­ons­ge­bäu­den: Inzwi­schen ist der Bau­fort­schritt zum Teil auch von außer­halb sicht­bar – Was also tut sich da hin­ter dem Zaun der Burg­wald­ka­ser­ne ? 

Oberst a.D. Peter Uffel­mann

Die Sek­ti­on Wal­deck-Fran­ken­berg der Gesell­schaft für Sicher­heits­po­li­tik (GSP) hat­te des­halb am 30. Sep­tem­ber 2026 einen Besuch in der Burg­wald-Kaser­ne mit einer auf 30 Sek­ti­ons­mit­glie­der oder sons­ti­ge Inter­es­sier­te begrenz­ten Teil­neh­mer­an­zahl orga­ni­siert, der mit einer Ein­wei­sung durch den Stell­ver­tre­ten­den Kom­man­deur des in der Burg­wald-Kaser­ne sta­tio­nier­ten EloK­a­Btl 932 sowie Kaser­nen­kom­man­dan­ten, Oberst­leut­nant Axel S. im Burg­wald-Kasi­no, dem Offi­zier- und Unter­of­fi­zi­er­heim vor der Burg­wald-Kaser­ne begann.

Im Rah­men der Ein­wei­sung durch Oberst­leut­nant S. gab die­ser zunächst anhand eines Kaser­nen­plans einen Über­blick zu den bereits abge­schlos­se­nen sowie lau­fen­den und zu den erst noch geplan­ten gro­ßen Bau­maß­nah­men in der Burg­wald-Kaser­ne, erläu­ter­te die­se dann im Ein­zel­nen sowie beton­te dabei ins­be­son­de­re, daß die gesam­ten Bau­kos­ten im Zeit­raum 2026 — 2029 über 50 Mil­lio­nen € betra­gen wer­den.

Bild 1: Kaser­nen­plan der Burg­wald-Kaser­ne mit Bau­maß­nah­men, 
Gra­phik: EloK­a­Btl 932

Die größ­te Bau­maß­nah­me nach bereits erfolg­tem Abriß zwei­er frü­he­rer Kom­pa­nie­ge­bäu­de unter­halb der Stabs­ge­bäu­de ist der Neu­bau von zwei rei­nen Unter­kunfts­ge­bäu­den in seri­el­ler Holz­stän­der- und Modul­bau­wei­se mit jeweils 128 Ein­zel­stu­ben a´ je 15 m2 sowie mit inte­grier­ter Naß­zel­le, die dann von Per­so­nal aller Kom­pa­nien (außer der zukünf­ti­gen Grund­aus­bil­dungs­kom­pa­nie) genutzt wer­den soll – allein hier­für wer­den 22 Mil­lio­nen € inves­tiert. Durch die Modul­bau­wei­se kön­nen Gebäu­de­tei­le vor­ge­fer­tigt, soll die Bau­zeit auf bis Anfang 2028 ver­kürzt und CO2 ein­ge­spart wer­den. 

Bild 2: Abriß eines frü­he­ren Kom­pa­nie­ge­bäu­des, 

Bild: HNA vom 16.05.2026/© Jörg Pau­lus

Für die ab 1. Okto­ber 2026 in Auf­stel­lung befind­li­che Grund­aus­bil­dungs­kom­pa­nie, die als 7. Kom­pa­nie in Elok­a­Btl 932 ein­ge­glie­dert wer­den sowie ab 1. Juli 2027 ihren Aus­bil­dungs­be­trieb auf­neh­men soll, wird süd­lich von „Ex-Platz“ und der dort gele­ge­nen neu­en Sport­hal­le samt dane­ben­lie­gen­den Klein­spiel­fel­dern im Zeit­raum März — Sep­tem­ber 2027 ein Mul­ti­funk­ti­ons­ge­bäu­de mit Unter­künf­ten für jeweils vier Rekru­ten bzw. Rekru­tin­nen sowie das Stamm­per­so­nal in Stär­ke von 43, mit Dienst­räu­men und Lehr­sä­len sowie Waf­fen­kam­mer eben­falls in Modul­bau­wei­se errich­tet, für das die Grund­plat­te bereits bis Ende 2026 gegos­sen wer­den soll.

Der Bau die­ses stan­dar­di­sier­ten Mul­ti­funk­ti­ons­ge­bäu­des mit einer Nut­zungs­dau­er von min­des­tens 25 Jah­ren erfolgt im Rah­men des German Armed Forces Contrac­tor Augmen­ta­ti­on Program („G‑CAP“), das ursprüng­lich für die Errich­tung von Unter­kunfts- sowie Funk­ti­ons­ge­bäu­den bei Beson­de­ren Aus­lands­ein­sät­zen und Mis­sio­nen initi­iert wor­den war, nun aber auch den Infra­struk­tur­be­darf beim Auf­wuchs der Bun­des­wehr in Deutsch­land decken soll.

Dazu wur­de bereits durch Kün­di­gung der Ver­pach­tung von bis­her außer­halb der Burg­wald-Kaser­ne gele­ge­nen Wie­sen­flä­chen west­lich und süd­west­lich der neu­en Sport­hal­le am „Ex-Platz“ der Kaser­nen­be­reich nach Wes­ten und Süd­wes­ten erwei­tert, wodurch u.a. ein weit­ge­hend aut­ar­ker Aus­bil­dungs­be­trieb – bis auf Sport‑, For­mal- sowie Gefechts­aus­bil­dung – im Kom­pa­nie­be­reich mög­lich wird. Im Zeit­raum Juli (Auf­nah­me des Aus­bil­dungs­be­triebs) bis Sep­tem­ber 2027 (Fer­tig­stel­lung des neu­en Mul­ti­funk­ti­ons­ge­bäu­des) wird die Grund­aus­bil­dung aller­dings mit zunächst redu­zier­ter Rekru­ten­zahl ander­wei­tig durch­ge­führt wer­den müs­sen.

Bild 3: Grund­riß der Vier-Per­so­nen-Stu­ben im Mul­ti­funk­ti­ons­ge­bäu­de der Grund­aus­bil­dungs­kom­pa­nie,

Gra­phik: Quel­le 4 

Hin­ter dem bis­he­ri­gen Gebäu­de des Sani­täts­ver­sor­gungs­zen­trums wird für die­ses ein neu­es Gebäu­de für rund fünf Mil­lio­nen € im zen­tra­len Bereich inner­halb der Ring­stra­ße errich­tet, des­sen Roh­bau bis Ende 2026 fer­tig­ge­stellt und das bis Ende 2027 über­ge­ben wer­den soll.
Das bis­he­ri­ge Gebäu­de des Sani­täts­ver­sor­gungs­zen­trums soll­te dann in ein „Funk­ti­ons­ge­bäu­de“ für alle Kom­pa­nie- sowie Kom­pa­nie­feld­we­bel­trupps umge­baut wer­den, wofür jedoch bei den Kom­pa­nien kein Bedarf gese­hen wird, weil sie mit ihren Kom­pa­nie- und Kom­pa­nie­feld­we­bel­trupps lie­ber in ihren Kom­pa­nie­ge­bäu­den blei­ben wol­len, so daß die­ses Gebäu­de ggf. für die auch in der Burg­wald-Kaser­ne sta­tio­nier­te Hei­mat­schutz­kom­pa­nie genutzt wer­den kann.

Zwi­schen der Ring­stra­ße sowie dem Tech­ni­schen Bereich soll in 2027/28 der Bau einer zen­tra­len Waf­fen­kam­mer (außer für die Grund­aus­bil­dungs­kom­pa­nie) für rund drei Mil­lio­nen € beginnen.Südlich des Tech­ni­schen Berei­ches ist die Sanie­rung sowie Umzäu­nung des frü­he­ren „EloInst“-Gebäudes ober­halb der Kreis­stra­ße K 117 geplant, das dann – auch mit sei­nen Hal­len für den Anschluß ver­le­ge­fä­hi­ger Fern­mel­de­auf­klä­rungs­trupps – als „Son­der­ge­bäu­de“ und „Dienst­be­reich Fern­mel­de­auf­klä­rung“ (DFmA) für Erfas­sung sowie Aus­wer­tung von Funk­ver­keh­ren im HF-Bereich (3 — 30 MHz) genutzt wer­den soll.
Ein zwei­tes „Son­der­ge­bäu­de“ für den „Luft­waf­fen­er­fas­sungs­trupp“ soll unter­halb des ehe­ma­li­gen „A- und E‑Gebäudes“ (A = Auswer­tung, E = Erfas­sung) errich­tet wer­den, wo auch die Aus­bil­dungs­an­la­ge für die­sen Trupp unter­ge­bracht wer­den soll.
Der „Luft­waf­fen­er­fas­sungs­trupp“ wur­de ursprüng­lich für die Elo­Ka-Kräf­te im Bereich der Luft­waf­fe ent­wi­ckelt (2003 wur­den sie im EloK­a­Btl 912 in Nien­burg zusam­men­ge­fasst) und ist ein inzwi­schen auch durch EloK­a­Btl 932 ein­setz­ba­rer Fm-/El­o­Auf­kl-Trupp für den Fre­quenz­be­reich 100 — 150 MHz sowie 220 — 400 MHz (VHF-/UHF-Flug­funk: Boden — Bord und Bord — Bord) sowie 100 MHz — 18 GHz (Radar­ge­rä­te)


Im Bereich des ehe­ma­li­gen „Anten­nen­fel­des“ ost­wärts des frü­he­ren „A- und E‑Gebäudes“ wur­de bereits eine „Abstell­flä­che“ ein­ge­rich­tet, die auch zum Trupp­auf­bau genutzt wer­den kann sowie die hier­für durch den Bau von Wet­ter­schutz­hal­len noch ertüch­tigt wer­den soll.

Im Tech­ni­schen Bereich ist die Sanie­rung der Schlepp­dä­cher und der Bau eines Gebäu­des für die Hee­res­in­stand­set­zungs­lo­gis­tik GmbH (HIL) geplant, wäh­rend die Reno­vie­rung von „Geb. 14“ mit Trup­pen­kü­che sowie Mann­schafts­spei­se­saal und Mann­schafts­heim bereits abge­schlos­sen ist – für Letz­te­res gibt es der­zeit jedoch noch kei­nen Päch­ter, so daß es z.Zt. nicht genutzt wer­den kann.
Des­halb wird das „Burg­wald­ka­si­no“ außer­halb der Kaser­ne bis auf Wei­te­res durch alle Dienst­grad­grup­pen genutzt, muß aber selbst auch noch gemäß den neu­es­tens Hygie­ne­vor­schrif­ten umge­baut wer­den, sodaß dann in die­sem Zeit­raum das Mann­schafts­heim durch alle Dienst­grad­grup­pen genutzt wer­den müss­te.

Dar­über hin­aus wird bereits in der Burg­wald-Kaser­ne ein getrenn­tes neu­es Trink- sowie Lösch­was­ser­netz gebaut, sodaß bald die der­zei­ti­ge Chlor­ung des Trink­was­sers ein Ende haben wird. Auch das Strom­netz der Burg­wald-Kaser­ne wird u.a. durch drei Groß­trans­for­ma­tor­sta­tio­nen, 70 Lade­punk­te für Elek­tro- und Hybrid­fahr­zeu­ge sowie sepa­ra­te Ein­spei­se­mög­lich­kei­ten aus Strom­erzeu­gerag­ge­ga­ten erneu­ert.

Abschlie­ßend infor­mier­te Oberst­leut­nant S. noch dar­über, daß ab Okto­ber die­sen Jah­res auf dem Standort­übungs­platz eines der alten Gebäu­de („Geb. 32“) der frü­he­ren Luft­mu­ni­ti­ons­an­stalt 2/XII Fran­ken­berg (1938 — 1945) man­gels Stand­si­cher­heit für 700.000 € abge­ris­sen wer­den muß, und ski­zier­te als zukünf­ti­ge infra­struk­tu­rel­le Her­aus­for­de­run­gen in der Burg­wald-Kaser­ne die Erneue­rung der Hei­zungs­an­la­ge – deren der­zei­ti­ger Betrieb 2033 aus­läuft – sowie die sich abzeich­nen­de Park­platz­si­tua­ti­on. 

Die­ser Ein­wei­sung schloß sich eine etwa ein­stün­di­ge Rund­fahrt mit Bus durch die Burg­wald-Kaser­ne an, die vor den bei­den auch im Umbau befind­li­chen Stabs­ge­bäu­den von EloK­a­Btl 932 begann und ent­lang der Ring­stra­ße ent­ge­gen dem Uhr­zei­ger­sinn sowie dabei zunächst zum „Ex-Platz“ und dann durch den Tech­ni­schen Bereich auf den frü­her soge­nann­ten „Hei­li­gen Berg“ zum ehe­ma­li­gen „A- und E‑Gebäude“ führ­te, von wo es zurück durch den Tech­ni­schen Bereich zu den Stabs­ge­bäu­den ging.

Dabei wur­de ins­be­son­de­re deut­lich, wie groß die Bau­stel­le für die bei­den neu­en Unter­kunfts­ge­bäu­de ist und wie weit der Bau­fort­schritt dort bereits gedie­hen ist: Wäh­rend für das west­li­che­re die Bau­gru­be bereits kom­plett aus­ge­ho­ben sowie mit einer Schot­ter­schicht gefüllt war, lie­fen bei dem öst­li­che­ren noch die Arbei­ten zur Ver­fül­lung der frü­he­ren „SE-Kel­ler“ (SE = Selbst­schutz) mit Kies. Auch der Roh­bau des neu­en Sani­täts­ver­sor­gungs­zen­trums im zen­tra­len Bereich inner­halb der Ring­stra­ße ver­deut­lich­te die Grö­ße die­ses Neu­baus.

Am „Ex-Platz“ konn­ten zumin­dest von außen die bereits seit 2020 für 5,4 Mil­lio­nen € fer­tig­ge­stell­te neue Sport­hal­le samt dane­ben­lie­gen­den Klein­spiel­fel­dern und die Erwei­te­run­gen des Kaser­nen­be­reichs nach Wes­ten sowie Süd­wes­ten in Augen­schein genom­men wer­den, wäh­rend von der dahin­ter­lie­gen­den Bau­stel­le für das Mul­ti­funk­ti­ons­ge­bäu­de der zukünf­ti­gen Grund­aus­bil­dungs­kom­pa­nie lei­der kaum etwas zu sehen war.

Bild 4: Sport­hal­le in der Burg­wald-Kaser­ne,

Bild: Behz­adi + Part­ner Archi­tek­ten BDA

Bei der Wei­ter­fahrt ent­lang der Ring­stra­ße sowie Rich­tung des Tech­ni­schen Berei­ches war dage­gen die der­zei­ti­ge Frei­flä­che, wo die zen­tra­le Waf­fen­kam­mer errich­tet wer­den soll, gut ein­seh­bar.

Auf dem frü­her soge­nann­ten „Hei­li­gen Berg“ wur­de deut­lich, daß dort noch reich­lich Platz für die geplan­ten „Son­der­ge­bäu­de“ und auch zum Trupp­auf­bau auf der „Abstell­flä­che“ im Bereich des ehe­ma­li­gen „Anten­nen­fel­des“ ist. 

Die Hin- sowie Rück­fahrt an und zwi­schen den Schlepp­dä­chern vor­bei ermög­lich­te einen Ein­blick in die dor­ti­gen, stark genutz­ten Abstell­mög­lich­kei­ten für quer­schnitt­li­che Fahr­zeu­ge von EloK­a­Btl 932, was die Not­wen­dig­keit ihrer in der Ein­wei­sung ange­spro­che­nen Sanie­rung unter­strich.

Der Besuch klang aus wie­der im Burg­wald-Kasi­no mit einem Bei­sam­men­sein der meis­ten Teil­neh­mer, wo die Ein­drü­cke dis­ku­tiert und ver­tieft sowie eige­ne, frü­he­re Erleb­nis­se in der Burg­wald-Kaser­ne zum Bes­ten gege­ben wur­den.

Quel­len:

1. S., Axel: Ein­wei­sungs­vor­trag und Erläu­te­run­gen wäh­rend der Kaser­nen­rund­fahrt am 30.09.2026 zu den Bau­maß­nah­men in der Burg­wald-Kaser­ne
2. Pau­lus, Jörg: Unter­künf­te in Fran­ken­ber­ger Burg­wald­ka­ser­ne wer­den abge­ris­sen, in: Hes­sisch-Nie­der­säch­si­sche All­ge­mei­ne (HNA) vom 16.05.2026
3. Pau­lus, Jörg: Bun­des­wehr inves­tiert in Fran­ken­berg 55 Mil­lio­nen Euro in Burg­wald­ka­ser­ne, in: Hes­sisch-Nie­der­säch­si­sche All­ge­mei­ne (HNA) vom 30.05.2019
4. BMVg A III 7/BAIUDBw Inf­ra IV 1: Ger­man Armed Forces Con­trac­tor Aug­men­ta­ti­on Pro­gram (G‑CAP) für Deutsch­land – Vor­trag zum Indus­trie­tag am 09.10.2025

Oberst a.D. Peter Uffel­mann ist 1. Stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Fern­mel­de­rings e.V. und Redak­ti­ons­lei­ter der „F‑Flagge“, hat Mit­te der 1970-er Jah­re sei­ne All­ge­mei­ne Grund­aus­bil­dung in der dama­li­gen FmAusbKp 427 und sei­ne Spe­zi­al­grund­aus­bil­dung in der dama­li­gen 3./FmBtl 320 am Stand­ort Frankenberg/Eder absol­viert, war Anfang der 1980-er Jah­re als Zug­füh­rer für Elek­tro­ni­sche Auf­klä­rung in der dama­li­gen FmKp 2 sowie Mit­te bis Ende der 1980-er Jah­re als Chef der dama­li­gen FmAusKp 5/III, die u.a. für das dama­li­ge FmBtl 320 und die dama­li­gen FmKp 2 sowie FmKp 5 aus­bil­de­te, in der Burg­wald-Kaser­ne bei Frankenberg/Eder tätig und hat an der o.a. Ein­wei­sung sowie dem o.a. Besuch in der Burg­wald-Kaser­ne teil­ge­nom­men.

Hin­wei­se der Redak­ti­on: Mit geplan­ten Bau­kos­ten von etwa 20 Mil­lio­nen DM – was heu­te 55 — 60 Mil­lio­nen € ent­sprä­che – erfolg­te im Herbst 1959 am „Vogel­haus“ der ers­te Spa­ten­stich für die Burg­wald-Kaser­ne. Bis Mit­te 1960 wur­de zunächst der Bau der Infra­struk­tur (u.a. Ring­stra­ße und Kana­li­sa­ti­on) in Angriff genom­men, am 6. Juni 1960 begann der Hoch­bau. Wäh­rend das Richt­fest für das Wirt­schafts- und Ver­wal­tungs­ge­bäu­de bereits im Novem­ber 1960 gefei­ert wer­den konn­te, erfolg­te dies für die Trup­pen­un­ter­künf­te, den Sani­täts­be­reich, die Wäsche­rei sowie die Heiz­zen­tra­le erst im Juni 1961.

Am 28. Mai 1962 bezog ein Arbeits­kom­man­do des dama­li­gen Rake­ten­ar­til­le­rie­ba­tail­lons 22, das bis Anfang 1969 mit Mas­se (1. — 3 Bat­te­rie) eben­falls in der Burg­wald-Kaser­ne sta­tio­niert war, mit ca. 50 — 60 Sol­da­ten die Kaser­ne. Weni­ge Tage zuvor, am 25. Mai 1962, hat­te ein Vor­aus­kom­man­do des dama­li­gen Fern­mel­de­ba­tail­lons 320 die Kaser­ne erkun­det, nach­dem für die­ses und die dama­li­ge Fern­mel­de­aus­bil­dungs­kom­pa­nie 427 der Auf­stel­lungs­be­fehl an das dama­li­ge III. Korps ergan­gen war. Dabei wur­de fest­ge­stellt, daß die Bau­ar­bei­ten in der Kaser­ne noch nicht abge­schlos­sen waren: Kein Kom­pa­nie­ge­bäu­de war bezugs­fer­tig, die Lie­gen­schaft war noch nicht umzäunt, Fern­mel­de­lei­tun­gen waren noch nicht ver­legt und Trup­pen­kü­che sowie Spei­se­saal waren mit ange­lie­fer­tem Mobi­li­ar ver­stellt. 
Trotz­dem tra­fen 144 Sol­da­ten 
aus 27 Trup­pen­tei­len als Kader­per­so­nal am 1. Juni 1962 zur Auf­stel­lung des Fern­mel­de­ba­tail­lons 320 in der Kaser­ne ein, ihnen folg­ten am 1. Juli 1962 wei­te­re 187 Mann, die bereits ihre Spe­zi­al­grund­aus­bil­dung bei FmBtl 51 in Ber­gisch-Glad­bach bzw. FmBtl 220 in Ans­bach erhal­ten hat­ten. Zudem waren 65 Rekru­ten bei FmAusbKp 427 zum Dienst ein­be­ru­fen wor­den. 
Am 18. Juli 1962 erfolg­te schließ­lich die fei­er­li­che Über­ga­be der Kaser­ne mit einem Vor­bei­marsch und Appell bei­der Batail­lo­ne in der Stadt Frankenberg/Eder sowie der sym­bo­li­schen
 Schlüs­sel­über­ga­be und einem Emp­fang für die mil­tä­ri­schen sowie zivi­len Ehren­gäs­te in der Burg­wald-Kaser­ne.

Quel­len: 

1. Mios­ga, Gün­ter: So fing es an …, in: Fest­schrift zu 20 Jah­re Gar­ni­son Frankenberg/E., S. 11 f. – 1982  
2. Hes­sisch-Nie­der­säch­si­sche All­ge­mei­ne (HNA) vom 14.04.2012
3. Fran­ken­ber­ger Zei­tung vom 18.04.2012  
4. Wiki­pe­dia: Burg­wald-Kaser­ne